Buchsbäume im Garten

Buchsbäume sind sehr beliebt. Sie kommen in Töpfen und Kübeln, als blickdichte Hecken an der Begrenzung von Garten-Grundstücken, Beet-Umrandungen und als wunderschöne Busch-Figuren in Kugel, Pyramiden, Spiralen und Tierform vor.

Allgemeine Informationen zum Buchsbaum

BuchsbäumeDer in Südwest und Mitteleuropa vorkommende Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus Sempervirens, Europäischer Buchsbaum) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er kommt weltweit in mehr als 60 Sorten vor und ist das in Deutschland am häufigsten angepflanzte Zier und Nutzgehölz. Deutsche (Hobby-)Gärtner haben die Wahl zwischen etwa 50 Sorten.

Der Buchsbaum war schon den alten Griechen bekannt. Die Römer fertigten aus seinem stabilen Holz Gebrauchsgegenstände und nutzten ihn als Heckenpflanze. In Deutschland wird er erstmals im 13. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Berühmt wurde das Gewächs jedoch erst durch die eleganten Buchsbaum-Pflanzungen in französischen (Versailles) und italienischen Schlossgärten. Betuchte Bürger nahmen die exakt geschnittenen Hecken und geometrischen Figuren als Vorbild für ihre eigenen Gärten.

Den Gewöhnlichen Buchsbaum gibt es als kleinwüchsigen Strauch und Baum. Buchsbäume wachsen pro Jahr lediglich 10 bis 15 cm. Bei guter Pflege können sie bis zu 500 Jahre alt werden. Das immergrüne und bis -23 Grad Celsius winterharte Gewächs hat einfache gegenständige Laubblätter. Es bringt von März bis Mai kleine gelbliche Blüten hervor. Seine 1 bis 2,5 cm langen und etwa 1 cm breiten Blätter sind elliptisch geformt und haben eine dunkelgrüne glänzende Oberseite. Die Unterseite des Blattes ist matt und heller grün. Charakteristisch für die Pflanze sind die nach unten gebogenen Blattränder. Alle Teile des Europäischen Buchsbaums sind giftig.

Verwendung des Buchsbaums als Garten-Gewächs

Der Buchsbaum ist generell recht anspruchslos und benötigt nur wenig Pflege. Allerdings sollte man seinen Pflanzen in der warmen Jahreszeit viel Aufmerksamkeit schenken, da es während dieser Zeit häufig zum Befall mit Pilzen oder dem, in einer eigenen Rubrik thematisierten Buchsbaumzünsler kommt.

Buchsbäume im Garten

Zucht, Pflanzung und Standort-Wahl

Da die Samen-Anzucht beim Buchsbaum lange dauert, bevorzugt man das Ziehen von Setzlingen und pflanzt sie dann später aus. Dafür geeignet sind mindestens 10 cm lange Zweige, die an der Schnittstelle eine leicht bräunliche Verfärbung haben. Sie werden von September bis März abgeschnitten, unten entlaubt, mindestens eine Stunde gewässert und danach in einen mit Pflanz-Erde gefüllten Topf gesetzt. Dabei sollten sich die obersten Wurzelteile direkt unter der Oberfläche befinden. Den Topf stellt man an einen halb schattigen Ort mit Zimmertemperatur. Im Frühjahr pflanzt man den jungen Buchsbaum dann folgendermaßen aus:

Man gräbt ein größeres Loch und testet den pH-Wert des Bodens. Liegt er unter 8 – Buchsbäume benötigen einen Wert von 8 – 9,5 – so fügt man dem aufgelockerten und mit Muttererde, Kompost und Horn-Spänen aufgefüllten Erdreich noch etwas Kalk hinzu. Danach drückt man die Erde fest an.

Buchsbäume bevorzugen halbschattige Standorte. Allerdings macht es dem Gewächs auch nichts aus, wenn man es an einem schattigen oder sonnigen Ort auspflanzt. Wichtig ist, dass es dort nicht zu heiß, zu dunkel und zu windig ist. Außerdem darf man es nicht umsetzen, da es Ortswechsel nicht verträgt. Buchsbäume, die im Schatten wachsen, werden meist weniger dicht als Pflanzen, die einen helleren Standort haben. Wächst der Buchsbaum an einer sonnigen Stelle, verfärben sich ihre Blätter im Winter bräunlich – eine Schutzmaßnahme der Pflanze gegen Frost.

Buchsbaum bevorzugt neutrale bis kalkreiche, sandige, humusreiche und leicht steinige Lehmböden. Wichtig ist, dass die Erde locker und Wasser und Luft durchlässig ist. Buchsbaum, den man als Kübelpflanze im Garten aufstellen möchte, wird einfach in hochwertige Kübelpflanzen-Erde gesetzt.

Pflege, Schnitt und Düngen bei Buchsbäumen

Buchsbäume sollten einmal pro Tag mäßig gegossen werden, an heißen Sommertagen sogar zweimal. Die Erde darf nie vollständig austrocknen. In den ersten Wochen nach dem Auspflanzen versorgt man seine Buchsbäume häufiger mit Wasser, damit sie gut anwachsen können. Um Pilzbefall vorzubeugen, sollte man die Blätter niemals besprengen. In Kübeln und Töpfen wachsende Pflanzen können an einem schattigen Standort auf der Terrasse überwintern. Den Pflanz-Behälter umwickelt man am besten mit Noppen-Folie oder Jute, die Pflanze selbst mit einem schützenden Vlies. An frostfreien Tagen gießt man sie einmal am Tag, damit die Erde nicht austrocknet.

BuchsbaumpflegeBuchsbäume werden meist zweimal jährlich beschnitten. Dazu wählt man einen trockenen und möglichst bewölkten Tag. Man gießt die Gewächse vor dem Schnitt, da sie sich dann leichter bearbeiten lassen. Der Grobschnitt erfolgt im März/April, der zweite Schnitt Ende Juli. Ab August sollte man seine Buchsbäume nicht mehr beschneiden, da die Pflanze die Schnittstellen sonst nicht mehr rechtzeitig vor Einbruch der Frostperiode schließen kann. Von Mitte Mai bis Mitte Juli kürzt man seine Pflanzen ebenfalls nicht, da sie sonst empfindlicher gegen Pilzbefall sind.

Der Rückschnitt von jungen Buchsbäumen ist ziemlich einfach. Bei älteren Gewächsen gestaltet sich die Prozedur schwieriger, da sie oft verholzt sind und verjüngt werden müssen. Der (Hobby-)Gärtner verwendet für seine Buchsbäume eine spezielle Buchsbaum-Schere und arbeitet von oben nach unten. Zur Herstellung attraktiver Busch-Figuren holt er sich im Garten-Zubehör Fachgeschäft das passende Drahtgestell und stülpt es über die Pflanze. Treiben die Zweige und Blätter aus, kürzt man sie so lange, bis das Gewächs die gewünschte Form hat. Alternativ kann man selbst zugeschnittene Schablonen verwenden.

Buchsbaum im GartenIm Frühjahr werden die frisch ausgepflanzten Buchsbäume mit Langzeit-Dünger (Knochenmehl, grobe Hornspäne) versorgt. Nach dem ersten Schnitt sollte eine zweite Düngung mit Horn-Spänen oder Rinden-Mulch erfolgen. Damit die Pflanze ihre schöne intensiv grüne Blattfarbe behält, fügt man jeweils etwas Kalk hinzu. Auch Kalimagnesia-Dünger ist ideal für das Pflanzenwachstum. Dünger mit einem hohen Stickstoff-Gehalt sollten jedoch nicht eingesetzt werden, da sie das Pilz-Wachstum fördern. Ab August erhält der Buchsbaum keinen Dünger mehr. Kübelpflanzen werden einmal wöchentlich mit granuliertem Langzeit-Dünger im Gießwasser versorgt.

Buchsbaum-Pilz und andere Schädlinge

Neben dem Buchsbaumzünsler, gibt es noch eine Reihe von weiteren Buchsbaum-Schädlingen und Buchsbaum-Krankheiten, welche dem Buchsbaum gefährlich werden können. Insgesamt sind die weiteren Schädlinge jedoch nicht so bedrohlich für das Garten Gewächs wie es beim Zünsler der Fall ist. Dennoch sollte man die Schädlige wie etwa den Buchsbaumpilz nicht auf die leichte Schulter nehmen und wirksame Gegenmaßnahmen einleiten
Der Buchsbaum-Pilz (Cylindrocladium buxicola) tauchte erstmals 2005 in Deutschland auf und vernichtet seither regelmäßig ganze Buchsbaum-Kulturen. Nur einige wenige Buchsbaum-Sorten sind gegen den gefährlichen Pilz resistent. Er verursacht das so genannte Buchsbaumtriebsterben, eine Pflanzenkrankheit, die Blätter, Triebe und Stängel befällt und oft mit dem Tod der Pflanze endet. Besonders gefährdet sind eng gesetzte Buchsbaum-Hecken und Pflanzen, deren Blätter und Erde mehr als 5 Stunden starker Nässe ausgesetzt sind.

Cylindrocladium buxicola kommt in allen heimischen Bodenarten vor und vermehrt sich an schwülwarmen Sommertagen besonders gut. Übertragen wird der Pilz durch den Wind, durch Spritzwasser beim Gießen und die Pflanzenpflege. Man erkennt die Buchsbaum-Krankheit an den dunkelbraunen Verfärbungen, die der Pilz von den Blatträndern aus auf dem Blatt verursacht. Sie werden später schwarz. Die befallenen Blätter und Triebe trocknen aus, fallen ab und sorgen für eine Verbreitung des Pilzes im Boden, wenn sie nicht umgehend entsorgt werden. Die toten Pflanzenteile sollten jedoch nicht auf den Kompost geworfen werden, da der Pilz bis zu 4 Jahre im Erdreich überleben kann.

Leicht befallene Stellen schneidet man stark zurück. Sehr geschädigte Buchsbäume müssen jedoch vollständig entfernt werden. Idealerweise trägt man die oberste Erdschicht um die befallenen Gewächse herum ab. Eine wirksame chemische Bekämpfung des Pilzes ist aktuell noch nicht möglich. Dem Pilzbefall vorbeugen kann man jedoch, indem man seinen Pflanzen öfter Kupfersulfat verabreicht.

Etwas weniger schädlich sind die Pilze, die Buchsbaumkrebs, Buchs-Welke und Buchsbaum-Rost verursachen. Sie befallen meist nur einzelne Pflanzen. Beim Buchsbaumkrebs wird die Blatt-Oberseite stumpf. Auf der Unterseite erkennt man einen orange-rötlichen Pilz-Belag. Die Rinde hat Risse und Wucherungen. Ältere Gewächse sind oft nicht mehr zu retten. Die Buchs-Welke zeigt sich in einer braunen Verfärbung von Trieben, Blättern und ganzer Pflanze. Die Pilzsporen sind punkt-artig und dunkelbraun. Vor allem geschwächte Pflanzen werden befallen und können meist nur durch einen tiefen Rückschnitt gerettet werden.

Tierische Schädlinge machen dem beliebten Gartengewächs ebenfalls zu schaffen. Dazu gehören Buchsbaumblattfloh, Gemeine Komma-Schildlaus, Trieb-Spitzen-Gallmilbe, Buchsbaumgallmücke und Buchsbaumspinnmilbe. Sie befällt die Pflanze bei sehr trockenem Sommerwetter und ist an ihren Spinnweben zu erkennen.

 
 
 
Bildquellen von Oben nach Unten:
Bild 1: Gabi Schoenemann / pixelio.de
Bild 2: Rainer Sturm / pixelio.de
Bild 3: Rainer Sturm / pixelio.de
Bild 4: Rost / pixelio.de
 
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