Buchsbaum Krankheiten

Neben Schädlingen wie dem Buchsbaumzünsler können auch Krankheiten Buchsbäume befallen und schädigen. Neben dem Buchsbaum-Triebsterben ist Buchsbaumkrebs wohl die am weitesten verbreitete Buchsbaumkrankheit.
Wir geben einen Überblick über

Buchsbaum-Triebsterben durch den Buchsbaumpilz (Cylindrocladium buxicola)

Buchsbaumpilz

Ein bereits weit fortgeschrittener Befall durch den Buchsbaum Pilz Cylindrocladium buxicola © Glaser / Fotolia.com

Der Buchsbaumpilz ist ein vor allem über Regen und Spritzwasser übertragener Erreger, der ein Buchsbaum-Triebsterben verursacht. Der Pilz dringt über die Cuticula (Wachsschutzschicht) der Blätter in die Pflanze ein und tötet diese nach und nach ab. Die Latenzzeit beträgt hierbei etwa 5 bis 7 Tage. Der gegenüber Frost unempfindliche Pilz kann bis zu vier Jahren inaktiv im Boden überdauern und bei für ihn vorteilhaften Witterungsverhältnissen (feucht und warm) aktiviert werden. Vor allem geschnittene und junge Buchsbäume sind anfällig für einen Befall mit Cylindrocladium buxicola. Der Pilz wurde 1994 zum ersten Mal in England in einer Baumschule in Hampshire nachgewiesen und trat 1997 als sogenannter „box blight“ (dt. „Buxusbraunfäule“) epidemieartig auf.

Unter welchen Bedingungen entsteht der Buchsbaumpilz?

Der Buchsbaumpilz breitet sich insbesondere in feuchtwarmen Sommermonaten stark aus. Gemäß englischen Untersuchungen muss die Blattoberfläche über 5 bis 7 Stunden ununterbrochen feucht sein, damit der Erreger durch die Wachsschicht eindringen und die Buchsbaumpflanze infizieren kann. Bei hoher Feuchtigkeit können die Pilzsporen bereits nach 3 Stunden keimen. Besonders befallsfördernd sind länger anhaltende Niederschläge bei höheren Temperaturen sowie milde und feuchte Winter. Auch Stress (u.a. längere Trockenperioden) und zu hohe Stickstoffgaben machen die Pflanzen anfälliger für eine Infektion. Die Pilzsporen wachsen bei Temperaturen zwischen fünf und 30 Grad Celsius. Optimal für das Pilzwachstum sind Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Ab etwa 33 Grad sterben die Sporen allerdings ab.

Das Krankheitsbild vom Buchsbaumpilz: Symptome und Verlauf

Buchsbaum-Triebsterben

Typisches Schadbild beim Buchsbaum-Triebsterben

Zu Befallsbeginn sind auf den Blattunterseiten viele kleine weiß-graue Konidienlager (Sporenlager) zu erkennen, die sich als Sporenbelag (Myzel) bemerkbar machen. Mit zunehmenden Befall entwickeln sich zumeist beginnend in Blattstielnähe dunkelbraune Flecken auf den Blattoberseiten der befallenen Pflanze. Auf jungen Blättern nehmen die Flecken eine orangebraune Färbung an. Die Flecken werden schnell größer, sodass sie zusammenfließen und das gesamte Blatt erfassen. Die Blätter erscheinen jetzt grau. Es kommt zu Blattfall. Darüber hinaus bilden sich an den Trieben dunkelblaue bis schwarze Längsstreifen. Es bilden sich Nekrosen und die Triebe sterben ab.

Verwechslungsmöglichkeiten

Anhand der Symptome kann ein Befall mit dem Buchsbaumpilz leicht von anderen Erregern wie Buchbaumkrebs (lat. Volutella buxi) und Buchsbaumwelke (lat. Fusarium buxicola) abgegrenzt werden. Bei Buchsbaumkrebs sind die blattunterseitigen Konidienlager lediglich zu Beginn weiß und nehmen mit Fortschreiten der Infektion eine orange- bis rosafarbene Färbung an. Bei der Buchsbaumwelke ist die Rinde dagegen großflächig verdunkelt.

Dem Buchsbaum-Triebsterben vorbeugen

Buchsbaumpflanzen sollten möglichst im gesunden Zustand gekauft und an einem sonnigen und luftigen Standort mit ausgewogener Wasser- und Nährstoffversorgung gepflanzt werden. Zudem sollten Buchsbäume von unten gegossen werden, um ein Nasswerden der Blätter zu vermeiden. An feuchtwarmen Sommertagen erleichtert ein Rückschnitt der Pflanze das Eindringen der Pilzsporen. Daher sollte an diesen Tagen auf einen Rückschnitt verzichtet oder vorbeugend ein Fungizid (Pilzbekämpfungsmittel) verwendet werden, falls sich ein Rückschnitt nicht vermeiden lässt. Hier haben sich Präparate mit dem Wirkstoff Tebucunazol als wirksam erwiesen.

Wie kann der Buchsbaumpilz bekämpft werden?

Bei einem leichten Befall können die betroffenen Sträucher kräftig zurückgeschnitten werden. Die Schere sollte im Anschluss desinfiziert und das Schnittgut sowie sämtliche herabgefallenen Blätter vernichtet und nicht kompostiert werden. Darüber hinaus wird ein sorgfältiges Abtragen der obersten Bodenschicht empfohlen, da die im Boden befindlichen Sporen noch mindestens vier Jahre ansteckend sein können. ifen.

 
Baymat von Bayer mit dem Wirkstoff Tebuconazol konnte seine Wirksamkeit gegen das Buchsbaumtriebsterben bereits erfolgreich belegen. Tebuconazol wirkt systemisch, d.h. der Wirkstoff wird von der Pflanze aufgenommen und kann somit nicht mehr abgewaschen werden. Dabei wirkt das Präperat vorbeugend als auch heilend auf einen eventuell bereits vorhandenen Befall durch den Pilz. Mit einer Anwendung lässt sich die Pflanze bis zu 3 Wochen lang schützen. Um einen best möglichen Schutz des Buchsbaums zu gewährleisten, sollte die Anwendung möglichst früh nach dem Erkennen des Befalls stattfinden. Eine regelmäßige Kontrolle des Buches auf einen Krankheitsbefall ist daher sehr wichtig! Vor der Anwendung muss auf jeden Fall die Gebrauchsanleitung des Pflanzenschutzpräperates gelesen werden und das Präperat dementsprechend angewendet werden.

Das Präperat Rosen Pilzfrei Baymat plus AF von Bayer kombiniert zudem die zwei Wirkstoffe Tebuconazole und Trifloxystrobin und eignet sich daher besonders gut zur Vorbeugung und Bekämpfung des Buchsbaumpilzes.
Zur Vermeidung von Resistenzen wird ein Wechsel des jeweils eingesetzten Präprats bei jeder Behandlung empfohlen.
Bereits stark angegriffene Pflanzen sollten vollständig mit Fallstaub, Wurzeln sowie umgebender Erde entfernt und vernichtet werden. Die Befallsstelle sollte nicht wieder mit Buchsbaumpflanzen bepflanzt werden.

Buchsbaumpilz - Zusammenfassung
  • Der Buchsbaumpilz „Cylindrocladium buxicola“ wird vor allem über Regen und Spritzwasser übertragen.
  • Der Pilz verursacht ein absterben der Triebe von den Buchsbäumen.
  • Der Pilz kann bis zu vier Jahre im Boden überleben.
  • Bei feuchten und warmen Witterungsverhältnissen wird der Pilz aktiviert.
  • Orangebraune bis dunkelbraune Flecken an der Blattoberseiten sind Anzeichen für einen Pilzbefall.
  • Grau wirkende Blätter und ausfallende Blätter sind weitere Anzeichen für einen Pilzbefall.
  • Buchsbäume sollten von unten gegossen werden, um Pilzbefall vorzubeugen.
  • An feucht-warmen Tagen sollte auf Rückschnitte verzichtet werden, um das Eindringen der Pilzsporen in den Buchsbaum nicht zu erleichtern.
  • Bei leichtem Pilzbefall, kann der Buchsbaum kräftig zurückgeschnitten werden. Anschließend Schere desinfizieren und Schnittgut vernichten!
  • Gegenmittel: Tebucunazol und Trifloxystrobin .
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  • Nicht bienengefährlich.
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    Buchsbaumkrebs (Volutella buxi)

    Beim Buchsbaumkrebs handelt es sich nicht um einen Schädling, sondern um eine Pilzkrankheit . Häufig tritt sie auf, wenn der Buchsbaum geschnitten wurde oder extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt war. Er wird durch Feuchtigkeit und Schatten gefördert . Besonders junge Triebe und Blätter werden befallen. Die Blätter verfärben sich zunächst blassgrün, bis sie vertrocknen. Ganze Triebe können absterben, auch, wenn die Pflanze ansonsten gesund ist. Nimmt die Erkrankung einen schweren Verlauf, so können Krebswunden auftreten, an denen die Rinde aufreißt und sich löst. Zudem sind rosafarbene Sporenbeläge auf den Unterseiten der Blätter zu erkennen. Die Verbreitung erfolgt vor allem durch befallenes Laub. Besonders geschwächte Pflanzen (Stress durch Umweltbedingungen, Nährstoffmangel, falscher pH-Wert o.ä.) sind anfällig für eine Infektion.
    Maßnahmen:
    Um die Ausbreitung des Pilzerregers zu verhindern, die Pflanze bis in die gesunden Teile zurückgeschnitten werden. Die erkrankten Teile und das Falllaub sollten gründlich entfernt werden.

     

    Buchsbaumrost

    Buchsbaum-Rost wird durch den Pilz Puccinia buxi übertragen und infiziert nur alte und schlecht gedeihende Buchsbäume. Die Krankheit ist an bräunlichen Buckeln auf der Blattoberseite und weißen Flecken unter dem Blatt zu erkennen. Auf beiden Blatt-Seiten befinden sich Ansammlungen von Sporen. Befallene Stellen sollten stark gekürzt und mit einem Fungizid behandelt werden.

     

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